Mittwoch, 1. Juni 2016

Zwischenspiel

Ich kann nicht anders.
Ich sitze auf meinem Sofa und neben mir liegt ein Umschlag. Ein großer brauner. Perfekte Größe für Lebensläufe, Zeugniskopien, Bewerbungsanträge...
Huch, eine Adresse steht auch schon drauf.
Theaterakademie Vorpommern.

Ich kann nicht anders!
Ja, ich wollte mir die Zeit nehmen, ich wollte warten. Worauf?
Ich weiß es nicht mehr.
Bis Herbst kann und will ich jedenfalls nicht mehr warten.
Ich muss vorsprechen!
Es ist irgendwie eine Sucht. Spielsucht.
Aber nur wo?
Überall sind die ersten Runden doch schon vorbei oder zumindest die Bewerbungsfristen.
Überall?
Neeeein. Nicht an der Theaterakademie Vorpommern.
In Zinnowitz am Arsch der Welt. Dort, wo die Läden doch schon 18 Uhr zumachen und betagte Pärchen in ihren Wolfstatzenanoräken im feschen beige mit Walkingstöcken die Dünen entlanglaufen. Früh um 7. Im Urlaub.
Wollte ich nicht nächstes Jahr aaaalle alle alle staatlichen durchziehen, koste es was es wolle?
Warum nochmal habe ich das nicht gleich gemacht?
Ich weiß es nicht mehr. Ich ärger mich darüber.
Aber jetzt ist keine Zeit zum Ärgern. Es gibt auch keinen Grund.

Ich kann nicht anders!
Ich schicke noch eine letzte Bewerbung für diese Spielzeit ab (nachdem wir alle (die Spielwütigen) gemerkt haben, dass die Bewerbungsfrist für das Max Reinhardt Seminar schon letzten Freitag war und somit mein Schlussstrich für diese Spielzeit noch endgültiger wurde). Der Schlussstrich war also doch nicht endgültig.
Ich will da ja auch nicht angenommen werden, ich will einfach nur vorsprechen. Wenn ich dort angenommen werde, umso besser.

Aber ersteinmal die Bewerbung abschicken und einen neuen Kampf starten.
Früher als geplant mal wieder.

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