Samstag, 4. April 2015

Erster Akt, letzte Szene

Es ist still geworden.
Eigentlich will ich mich nur noch in eine Ecke verkrümeln und nachdenken über das, was ich alles verkackt habe. Wie ich auf die Idee gekommen bin, mich an Schauspielschulen zu bewerben, dafür die Schule schleifen zu lassen; wie ich auf die Idee gekommen bin, dass gerade ich soetwas besonderes machen muss. Ich unbesonderes Kind, dessen Schicksal einfach nur einen einfachen Brotjob vorgesehen hat, aber doch nicht soetwas.
Mein Leben gleicht eh gerade einem Scherbenhaufen, mit vielen bunten, auf dem Boden verstereuten Scherben. Alle in unterschiedlichen Farben und eben ist auch das letzte farbige Glas zerbrochen.

Das fing alles schon im Februar an. Schon in Hamburg hatte ich dieses komische Gefühl, welches ich äußerst selten habe. (Ich traue mich nicht depressiv zu sagen...) 
Aber nein, ich machte weiter, mir geht es doch eigentlich gar nicht schlecht. Es ist nur eine Phase!! Eine dämliche drecksphase, die einfach nur alles mögliche absorbiert.
Alles was zurückbleibt ist schwarz.

Samstag, 14. März 2015

Der Kampf Nr. 3: Heimspiel! - Heimvorteil!? (Teil 3)

Sooo, das obligatorische Warten war dann angesagt.
Eigentlich will ich gar nicht warten. Ich will gehen. Oder hmm, vielleicht doch warten? Mal sehen, was sie sagen. Vielleicht sagen sie ja, was ich in der zweiten Runde besser machen soll? :D

Dieses Mal war das Warten viel länger als sonst, aber irgendwann wurde ich hinein gebeten.
Ohje, da sitzen sie am Tisch. Schauen mich an; den Blick konnte ich nicht wirklich interpretieren. Mitleidig, genervt, entsetzt (wie soetwas wie ich überhaupt auf die Idee kommen kann, eine Bewerbung für eine Schauspielschule abzuschicken) ooooder vielleicht einfach nur betont ausdruckslos?
Ich war verunsichert.

Herr Rammler gab mir ein Zeichen, dass ich mich setzen soll.
"Wir haben heute entschieden, Sie nicht in die zweite Runde weiterzulassen."
Hm. Okay. Darf ich jetzt gehen?
Nein, durfte ich nicht, ich habe auch nicht wirklich gefragt, ob ich jetzt gehen darf, aber ich hätte es besser tun sollen...

Kein "leider", kein, "es tut uns Leid", kein aufmunternder Blick von wegen, "probieren Sie es doch woanders" oder "vielleicht beim nächsten mal". Nichts.
Herr Rammler ist auf einmal vom symphatisch kautzigen Schauspieler im dunkelgrauen Rollkragenpullover, der an einer der rennormiertesten Schauspielschulen Unterricht gibt, zum süffisanten, großkotzigen, Dozenten mit Doppelkinn geworden, der seine Überlegenheit gegenüber der Bewerber, die das allerletzte Glied der Kette sind, sofern sie schon zur Kette gehören, gerne auslässt und sie zwischen seinen Fingern zerquetscht, wie eine Fliege, die aber noch halb am Leben ist, nun auf dem Boden herumkriecht und niemand sie endgültig erlöst.

Was ist passiert?
Naja, es hagelte an Kritik, aber keine Kritik von der Sorte, mit der man etwas anfangen kann; nach der man hinausgeht und weiß, was nicht so cool war und was man vielleicht verbessern könnte.
Ich sei für professionelles Schauspiel ungeeignet. Die Art von Schauspiel die ich betreibe, würde an ihrer Schule nicht gelehrt.
Okay, inwiefern bitte? Was hat Ihnen denn nicht gefallen? Woran macht er fest, dass gerade ich für "professionelles Schauspiel" nicht geeignet bin?
Alles Fragen, die ich mir im laufe des Tages gestellt habe, aber natürlich kam keine Antwort darauf, oder eine Begründung oder ähnliches. Weiterhin hat er sich noch etwas abfällig (so wie man das dem Untertext entnehmen konnte) über das Theatrium geäußert.
Was alles er genau gesagt hat, weiß ich nicht mehr.

Ich bin fertig.

Freitag, 13. März 2015

Der Kampf Nr. 3: Heimspiel! - Heimvorteil!? (Teil 2)

Nachdem mein Name aufgerufen wurde, gab man mir zwei Zettel und schickte mich in einen anderen Raum. Der wurde mit der Zeit immer voller mit Bewerbern und zum Schluss kamen die Dozenten. Eine Sprecherzieherin und ein Dozent für Schauspiel (logischerweise). Dabei war der Schuaspieldozent der gleiche, mit dem ich mich schon zum Tag der offenen Tür unterhalten habe. Ich fühlte mich total zuversichtlich; erst das Glück trotz Zuspätkommen alles geschafft zu haben, Herr
Rammler in meiner Kommission, der mir damals einen total symphatischen Eindruck gemacht hat, dass ich so viele bekannte Gesichter wiedergesehen habe (neben C. und L. natürlich noch M., eine andere Mitstreiterin, die auch zum Tag der offenen Tür da war und Sylvi von der Ernst Busch, die auch dieses Mal in meiner Kommission war. Aber sie war die einzige Bekannte, in meiner Kommission.) und dann noch eine andere Mitstreiterin, die von meiner Rollenauswahl irgendwie so etwas wie begeistert war.

Wir spielten wieder vor allen. Ich kam relativ weit am Schluss dran. Zur Abwechslung begann ich aber nicht wie sonst mit Juli, sondern mit Helena. Dadurch, dass ich recht weit hinten war, konnte ich mir die anderen Rollen ansehen und hören, was die anderen gesagt bekommen. Mit fast allen wurde auch gearbeitet und irgendwie habe ich innerlich selbst versucht die Spielanweisungen umzusetzen.
Zwischen Hamburg und Leipzig hatte ich nicht viel Zeit meine Rollen nochmal großartig zu spielen, also habe ich bloß gestern geschaut, dass der Text sitzt. Denn ich wollte es mal so probieren. vorzusprechen, ohne sich großartig viel zurechtzulegen. Intuition ist das Zauberwort. Ich erhoffte mir dadurch mehr Natürlichkeit in die Sache zu bekommen, denn zu gestellt aussehen ist auch doof.
Außerdem habe ich im Laufe dieses Vorsprechens heraushören können, dass hier wohl gerne gesehen wird, wenn man mehr so agiert, wie es einem gerade in diesem Moment für richtig erscheint.

Also Helena als erstes.
Ich setzte an und bemerkte gleich beim ersten Satz, dass der leicht verkackt war. Okay, ich darf nicht nochmal von vorne anfangen, also muss ich jetzt das Ruder herumreißen und versuchen, das beste daraus zu machen. Sie ließen mich zu Ende Spielen, aber in Hamburg hat das irgendwie besser geklappt. Da hat alles, was ich tue irgendwie einen Sinn ergeben. Jetzt bin ich nur ein kleines Kind, die Barfuß durch den Raum rennt und irgendwelche hysterischen Liebesschwüre herumschreit. An wem ist unklar. (Von wegen Blick fokussieren (auf Demetrius) und so...) Aber ich durfte zu Ende spielen.
Ich wollte mich setzen, da fragte der Herr Rammler mich über unser Stück 19 Zimmer-Küche-Bad aus und ob ich nicht eine Szene daraus spielen könnte.
Düdüm.
Jaaaaaaaaa, das ist so eine Sache... Unser Stück setzte sich nämlich aus vielen kleinen Bausteinen zusammen, wie dem Programmheft (gaaaanz wichtig!!) den kleinen Dialogszenen, den ganzen Masseszenen und, ganz wichtig, aus vielen nonverbalen Aktionen zusammen. Wenn da irgendetwas fehlt, ist das ganze Stück nicht ganz so Massig und mit nicht so viel Wow und Sprachlosigkeit.
Aufgrund unseres rieesigen Ensembels (19 Leute) sind die wirklichen Sprechszenen nicht all zu gehaltvoll, so wie die Szene, für die ich mich entschlossen habe zu spielen.
Mein ehemaliger Deutschlehrer würde sagen, dass ich das mächtig gegen den Baum gefahren habe.
Mehr will ich dazu nicht sagen.
Nach dieser Vorstellung habe ich innerlich schon eingepackt.

Eine kurze Pause und dann noch Juli. Juli ist doch cool. Das muss doch klappen.
Die ersten beiden Passagen, dann wurde ich abgebrochen, AAAAABER ich musste mich nicht wieder hinsezten. Es wurde mit mir gearbeitet!! :D
Das erste mal wurde hier mit mir an der Rolle gearbeitet. "Sie kennen doch das Stück! Spielen Sie Juli mit mehr Selbstbewusstsein und entschuldigen Sie sich nicht für Ihr Vorhaben. Sie sind den anderen Menschen viel weiter voraus!"
Okay, also doch wieder so wie ganz früher.
"Jetzt rennen Sie zu sehr. Sie sollen nicht schneller werden."
Mist, das war die Aufregung. Okay, nochmal. Eeeinfach wieder so, wie ich es in Berlin gespielt habe. Hey, ich habe vor mich umzbringen, weil ich etwas besseres als ihr seid. Ich bin cool und ich falle nicht auf diese scheiß Welt rein.
Okay, ja, wenn die das so haben wollen. Eigentlich habe ich selbst mittlerweile eine andere Auffassung von der Rolle, aber whatever.
So ist halt das Business: nicht lange fragen, einfach machen.

"Okay, dankeschön!"
Bitteschön. Obwohl ich nicht einmal über die Hälfte hinaus gekommen bin.

Donnerstag, 12. März 2015

Der Kampf Nr. 3: Heimspiel! - Heimvorteil!? (Teil 1)

Nicht viel Zeit blieb mir zwischen Hamburg und Leipzig und dazwischen hatte es mich auch tierisch erwischt. Ich war total krank und meine Winter-Depressionen waren noch nicht ganz verflogen. Aber ich war auf einem guten Weg.
Am Wochenende davor ging es mir auch schon wieder viel besser, in jeder Hinsicht.
Außerdem hat mich C. im Facebook gefunden und L. hat mir wieder geschrieben. Wir hatten echt lange keinen Kontakt mehr und wir schrieben so über das Übliche. Wie geht es dir? Was machen die Vorsprechen? Solche Dinge halt und wie es der Zufall will, hatte auch L. am Donnerstag ein Vorsprechen. Hier in Leipzig.
Tja, meine Bude wird also voll. C und L kommen her, wir können gemeinsam zum Vorsprechen gehen, M wird auch da sein und ich treffe noch jemanden, die so wie ich zum Tag der offenen Hochschultür an der HMT war.
So gut ging es mir lange nicht mehr, umgeben von so vielen coolen Leuten, ich war zu Hause, die Glückwünsche von meinen Freunden, die wunderschöne Schule, in der ich früher, ganz früher immer Theaterproben hatte, noch zu Zeiten in denen die Oma dann immer schon auf dem Gang gewartet hat, weil ich ja nicht alleine nach Hause fahren kann (am Tag der offenen Tür kam dann alles wieder hoch) und einfach weil ich mich mittlerweile seeeeehr mit Leipzig angefreundet habe.
Alles war perfekt.

Mit der Straßenbahn fährt man 20 Minuten von Markkleeberg bis zur Schule. Ich kenne mich ja hier aus, nehmen wir einfach die Bahn 8:55 Uhr und sind zehn Minuten früher da. Das reicht. 9:30 Uhr sollten wir uns ja alle erst treffen im Zimmer 2.26 (mein alter Probenraum!!). Also alles easy peasy...
9:31 Uhr standen wir unten vor der Eingangstür.
Wir hechteten die Treppe zum Foyer hinauf, und hörten noch im vorbeirennen von der Pförtnerin, dass wir uns in einem anderen Zimmer treffen. Tja. Nur welches? Irgendetwas mit 3... 3.30? 3.35? oder doch 3.39?
VERDAAAAAAAMMT!!!!!! Das erste mal an diesem Tag, dass ich in eine semi-Panik ausgebrochen bin (gut, seit gestern Nachmittag ist mir eh schon wieder speiübel gewesen, weil ich seitdem nichts mehr zu tun hatte, was mich ablenken könnte, aber trotzdem war ich relativ entspannt...) Drei andere Mädels ereilte das gleiche Schicksal, wie uns dreien und zu sechst mit vereinten Kräften haben wir den Raum gefunden, in dem schon die Namen vorgelesen wurden.
Einen kleinen Herzstillstand habe ich erlitten, als ich gehört habe, dass sie schon beim Buchstaben F waren, aber die an der HMT verlasen die Namen nach Geschlechtern getrennt und alle Frauen saßen noch im Raum.
Okay. Es ist alles gut. Das wird ein guter Tag heute! Ich spüre es!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Der Kampf Nr.2: Im Unterbewusstsein suchst du dir deine Schule aus und die Schule sucht dich aus (Teil 3)

Ich durfte mir die erste Rolle aussuchen. Wieder nahm ich Juli. Ich habe sie aber etwas überarbeitet.
Mit Juli habe ich mich ja gleich sofort angefreundet, ich bin fasziniert von dieser Rolle und vom ganzen Werk überhaupt. Wie gerne würde ich hier alles zu diesem Stück schreiben, was mir gerade einfällt, aber das sprengt hier alle Rahmen. Zumindest passt das jetzt nicht hier hinein.
Auf jeden Fall finde ich das so viel besser als in Berlin und die eine Dozentin hat sehr interessiert geschaut. So wie ich es aus den Augenwinkeln und gegen das Licht feststellen konnte.
Gerade war ich kurz vor meiner Lieblingsstelle in meinem Monolog über das Leben und wie dämlich doch die Menschen sind, dass ich dem ganzen durch Selbstmord entfliehen werde und ich jetzt jemanden suche, der sich mit mir mit umbringt.
Schon wurde ich unterbrochen und gefragt, welche Rolle ich denn jetzt am liebsten spielen würde. Helena aus ein Sommernachtstraum oder Luise?
Helena. Auf jeden Fall Helena. Mit Luise habe ich ehrlich gesagt schon abgeschlossen und sie nur hingeschrieben, weil ich ja drei Rollen brauchte. Aber aus Luise ist mittlerweile die Luft raus.
Sie wollte Luise sehen, er aber Helena. Er hat es dann einfach entschieden. Helena.
Oooooooh jaaaa!!! Danke danke danke danke!! Ich sehe schon, hier läuft es. Von dem Unterbrechen habe ich mich nicht wirklich beeindrucken lassen. Heißt es doch so oft, dass Unterbrechen nichts schlimmes ist.
Hinter der Bühne zog ich mich schnell um und bereitete mich darauf vor mit Demetrius gleich alleine im Wald zu sein. So eine Chance bekomme ich nie wieder! Jetzt muss ich all meine weiblichen Verführungskünste einsetzen sodass er sich vielleicht doch noch in mich verliebt und Hermia vergisst.
Auch hier wurde ich abgebrochen, aber insgesamt durfte ich Helena länger spielen.

Das war es. 5 Minuten war ich vielleicht im Studio. Vielleicht auch sechs, aber trotzdem ziemlich kurz. Also kramte ich meinen ganzen Klamottenhaufen zusammen, setzte mich wieder vor die Tür und wartete, bis der Student rauskommt und mir die Entscheidung verkündet.
So. Jetzt ist alles vorbei. Jetzt hast du deinen Eindruck dort hinterlassen und diese fünf Minuten entscheiden alles. Ob es ihnen gefallen hat oder nicht.
Diese Lockerheit, das Lachen über meinen Kommentar über meine "Heimat"stadt, der interrssierte Blick bei Juli und das Schmunzeln bei der Helena auf der einen Seite. Der schnelle Abbruch auf der anderen...

"Die Kommssion hat entschieden, dich heute leider nicht in die zweite Runde zu lassen."
Ahja. Okay. Ich habe es mit einer erstaunlichen Fassung genommen. Eigentlich schon fast erwartet.
Feedback gab es keines und irgendwie bin ich total froh darüber.
Vielleicht war Helena doch etwas überzogen um nicht karikativ zu sagen. Okay. Ich denke, mit Helena habe ich es verkackt und finde es doch ganz angenehm, dass ich zu diesem Schluss gekommen bin und diese Einbildung nicht durch irgendein Feedback zerstört wurde.

M. (sie ist auch nicht weiter) und ich sind dann noch ein Trosteis essen gegangen (Wannecke am Jungfernstieg hatte Winterpause!!!!!!!! :O) und ich wurde von so einem Vogelvieh attakiert, dem ich dann meine Eiswaffel überlassen musste. Dann haben wir uns noch etwas die Zeit vertrieben, bis mein Fernbus gekommen ist, für den ich mir spontan ein Ticket besorgt habe.
Wir werden uns ja bald (in zwei Wochen!!!) in Leipzig wiedersehen.
Vielleicht haben wir da ja mehr Glück.

Der Kampf Nr.2: Im Unterbewusstsein suchst du dir deine Schule aus und die Schule sucht dich aus (Teil 2)

Nach dem Warm-up fühlte ich mich wenigstens für das Bevorstehende wieder fit und so langsam sind auch meine Lebensgeister wieder wach geworden. Ich habe mich gut gefühlt.
Danach wieder warten. (Oh Wunder.)
Es hingen Listen aus, mit den Namen, in welcher Kommission man ist und eine etwaige Uhrzeit.
Ich war 12:15 Uhr dran. Toll. Jetzt haben wir es gerade kurz nach zehn.
Aus Berlin war heute keiner da. L und Joko hatten ihr Vorsprechen jeweils an anderen Tagen und auch sonst habe ich niemanden getroffen.
Aber natürlich habe ich auch hier neue Leute kennengelernt. Da wären M. aus Köln und C. aus Wien. Beide werden auch am 12. März in Leipzig sein.
So vertrieb ich mir die Zeit mit Unterhalten, abnormal vielen Gängen auf die Toiletten und einen ebenso abnormalen Tabakkonsum. 11:45 Uhr habe ich es nicht mehr ausgehalten und da wir eh schon eine halbe Stunde früher fertig sein sollten, ging ich mich umziehen. Jaaaa, jetzt habe ich sogar ein Kostüm. Mal sehen ob es hilft.
Ich war umgezogen und nun warteten ich und andere Bewerber, die in absehbarer Zeit an der Reihe waren vor dem Studio. Es hatte sich schon alles extrem nach hinten verschoben und so war ich erst 12:45 Uhr dran. C. war noch viel später dran, also habe ich meinen monströsen Rucksack bei ihr gelassen und habe nur meine Kostüme ausgepackt.
Mit einem riesigen Kleiderberg auf dem Arm betrat ich also das Studio.
Dort saßen an einem Tisch zwei Dozenten, ein jüngerer Mann und eine ältere Dame, sowie ein Student aus dem ersten Semester.
Der Mann sprach. Ich fand es gerade super, dass ich geduzt wurde und die Stimmung total locker war. So locker, dass meine Beine ein Eigenleben führten und ich auf die Bühne stolperte.
("Vorsicht, wir haben hier einige Hindernisse aufgebaut.", "Tja, der Weg hierher ist halt steinig.")
ich brachte meine Sachen hinter die Bühne, während ich gefragt wurde, wie alt ich bin und woher ich komme.
"Ja, ich komme aus Leipzig. Naja aus Markkleeberg, einem kleinen spießigen Vorort von Leipzig (Kaff habe ich mir verkniffen). Ich habe gehört, dass Markleeberg so ziemlich das leipziger Pinneberg ist."
- Alle haben gelacht. Also nicht so "hähä wie lustig (nicht)", sondern so riiichtig.
Okay, also scheint alles schick zu sein. 

Der Kampf Nr.2: Im Unterbewusstsein suchst du dir deine Schule aus und die Schule sucht dich aus (Teil 1)

Same here in Hamburg.
Bis um 9 sollen alle da sein, alle sind aber schon viel früher da, spätestens an der bushaltestelle erkennt man, wer den gleichen Weg wie man selbst hat, alle sitzen sie im Foyer. Warten.
Irgendwann wurden wir alle in ein Studio in den Keller geholt. Dort saßen schon 5 Studenten, später kam noch der Leiter und hat uns begrüßt.
Die Atmosphäre war viel "entspannter" (entspannt ist relativ) und freundlicher als an der Ernst Busch, wo man ja auch gleich mal auf eine richtige Begrüßung verzichtet hat. Ebenso wie auf ein Warm-up mit den Studenten aus dem ersten Studienjahr.
Nachdem wir in die Kommssionen eingeteilt wurden, wurde uns das nämlich angeboten.
Das hat gut getan, vor allem da ich eh schon die ganze Zeit so leer und ohne Energie war.
Ihr wisst schon.
Während dem Warm-up brachte ein Student einen echt sehr schönen Kommentar, den ich hier niemanden vorenthalten möchte (weshalb ich diesem Kampf auch so betitelt habe...). Er sagte etwas von wegen, dass du dir selbst deine Schule im Unterbewusstsein aussuchst und die Schule dich. Wie mit zwei Menschen. Entweder es passt, oder es passt nicht. Und wenn es nicht passt. dann muss man halt weitersuchen. So wie mit der Sache mit den Töpfen und den Deckeln. Oder wie die Sache mit den Blinden Hühnern.
Hmm will ich auf diese Schule? Also ich bitte mich, warum sollte ich nicht hier her wollen? Hamburg ist cool, die Schule ist schön und die Menschen sind auch nett. Eigentlich gefällt es mir hier besser als an der Ernst Busch.
Oder?
Aaaaaach das mit dem Unterbewusstsein ist aber auch so eine verzwickte Sache. Mit dem Unterbewusstsein begibt man sich in Spähren, die man gar nicht alle erfassen kann. Unglaublich, was sich alles hinter dem Terminus "Unterbewusstsein" verbirgt...