Montag, 5. Oktober 2015

Der erste Tag

So viele Leute, so viele neue Dinge, rauschen so schnell an dir vorbei, du kannst es nicht fassen.
Willst sie nur kurz festhalten und in Ruhe anschauen, da wollen sie schon weiter und reißen dich mit.
Weiter.
Kaum Zeit zum anschauen, neues wartet, altes siehst du kurz, dann ist es wieder weg.
Alles, an dem du gerne festhälst geht weiter, mal schauen, wann du es wiedersiehst.
Altes, was du nie wieder sehen willst, kurz da, dann wieder weg. Zum Glück. Du bist selbst ganz neu, nicht mehr alt. Das Alte soll das sehen und dann gehen.
Altes, was du gerne mal wieder sehen würdest, nicht weißt, ob du es wirklich willst, aber irgendwie schon. Es ist auch da. Da mittendrin. Wird es dich auch mal dorthin treiben?
Auch wenn du nicht lange bleiben willst. Du willst es schon, weil es ist mega. Geil. Famos.
Aber viel zu viel auf einmal.
Aber keine Pause. Du willst auch gar keine Pause machen.
Du willst weiter. Weitermachen. Weitertreiben. Weiter hinaus. Aber trotzdem mit etwas verbunden sein. Auch andere Verbindungen finden.
Alles ganz schnell. So viel. So schnell. So wunderbar.

Freitag, 2. Oktober 2015

Questions

Can you tell me what is wrong?
Can you tell me who's too strong?
Can you tell me how to breathe?
Or can you tell me where to leave?

Can you tell me when the night did come?
Can you tell me when the day was gone?
Can you tell me when it starts?
Or can you tell me when we went too far?

Who's just lying?
Who's now dying?
Who's now surviving?

How long we'll fight?
How cold ist the night?
How we'll get our rights?

Will we go now?
Do you know how?
Will we leave this place behind?

Can you tell me?
Can you tell me?
Can you tell me?
Just tell me!
Please.
Tell me!

Donnerstag, 13. August 2015

Das Sommerloch

Ja, nothing to do here, würde ich mal sagen.
Pferd und ich sind umgezogen, meine Mitbewohner und ich haben schon unsere Trinkfestigkeiten verglichen, "ab und zu" wird auch mal gearbeitet, aber ja. Das war's eigentlich auch schon.
Ich habe die Zeit genossen, in der ich so lange schlafen kann wie ICH es will, in der ich dann in der Küche stehe und überlege, ob ich jetzt Frühstück oder Mittag esse, Zeitung lese, Musik mache, schreiben, mit Freuden treffen und so weiter.
Jetzt ist die Luft raus.
Entweder die Leute sind einfach weggefahren, oder die Schule beginnt für sie bald. Jetzt hänge ich hier so rum und weiß nicht, was ich tun soll. Ich kann mich für nichts mehr aufraffen.

"Geistig eigetrocknet" umschreibt meinen derzeitigen Zustand denke ich perfekt.
Und dabei wollte ich doch nach der Schule doch so viel machen. Dinge, für die ich keine zeit hatte, Dinge, die in der Schule nur kurz umrissen wurden und die ich dann vertiefen wollte.
Ja, nichts ist.
Jetzt bin ich endlich frei und doch irgendwie gefangen. Dabei hält mich ja nicht wirklich etwas gefangen. Ich könnte tun und lassen, was ich will, aber ich tue es nicht.
Was für ein verkackte Lage das ist.

Jetzt warte ich wieder darauf, dass die Uni beginnt. Ja, ich gehe zur Uni. Immatrikuliert bin ich schon. Irgendwas musste ich ja tun. Zumindest spürte ich den "leichten" Druck in meinem Rücken sehr gut, dass ich doch bitte etwas tun soll.
Ja und wieder warte ich auf etwas.
Nicht auf Freitag, sondern auf Oktober.

Montag, 6. Juli 2015

Die Sache mit dem Planen und wie dann doch immer alles anders kommt

Heeute ist der 6. Juli 2015 und wir alle wissen, was das heißt!
Bon Voyage!

Und alle fragen sich, sitze ich jetzt im Bus auf den Weg nach Amsterdam oder stehe ich kurz vor einer Autobahnauffahrt und hoffe irgendjemand (dem man vertrauen kann) nimmt mich ein Stückchen mit?

Iiiich sitze in meinem Zimmer, in dem ich mir eine kleine Ecke zum Sitzen freigeschaufelt habe und wenn ich gerade nicht schreibe oder mich um mein Pferd kümmere, entrümpel ich, sortiere aus und packe Dinge, die mir wichtig sind in diverse Taschen und Kartons.
Jep. So sieht's aus.
Ich bin noch in Markkleeberg.

Gestern mördermäßig verkatert noch fast den ganzen Tag am See und im Theatrium verbracht, anstatt mein Reisegepäck zu packen, vorgestern der Abiball, vorvorgestern die Abiturzeugnisausgabe und die entgültige Entlassung aus der Anstalt und übermorgen der Umzug von Markkleeberg nach Leipzig.

So ändert sich alles. Aber ganz ehrlich, das Geld hätte ich jetzt eh nicht wirklich gehabt, ich habe nicht alles geschafft zu besorgen, was ich für die Reise noch gebraucht/gewollt hätte und außerdem zieht mein Pferd nächsten Monat auch aus Markkleeberg aus und bis sie sich im neuen Stall eingelebt hat, muss ich mich ja um sie kümmern.
Also es hat vielleicht auch seine Vorteile, nicht zu verreisen und nächstes Jahr in den Semesterferien kann ich das Ding ja ganz groß aufziehen und habe soo endlos viel Zeit dann.
Also aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Und jeeetzt ziehe ich erstmal in die City und werde meinen blöden Pinneberg-Status los. :D

Mittwoch, 1. Juli 2015

Irgendwann

Ein schöner Tag
alles was ich mag
wir spielen uns're Lieblingslieder
bauen Scheiß und machen's wieder
und alles ist wunderbar.

Du sagst zu mir:
"Komm, wir bleiben jetzt 'ne Weile hier!"
Wir suchen uns die schönsten Karten aus
und bauen daraus ein Haus.
Wir bau'n uns ein Kartenhaus.

Und plötzlich willst du weitergeh'n,
ich bleibe hier nur steh'n
und es war auch nicht sehr lang
und es fängt von vorne an.
Wir haben nicht sehr viel gesagt,
ich habe viel zu viel gefragt
und es war auch nicht sehr lang
und es fängt wieder von vorne an.
Irgendwann fängt's wieder von vorne an.
Irgendwann.

Der Sturm beginnt
und ich renne wie ein kleines Kind
durch die sternenklare Nacht,
bin immer noch nicht aufgewacht.
Ich träume nur vor mir hin.

Ich bin noch hier
und denke du stehst neben mir,
halt' die Karten in der Hand
und laufe gegen eine Wand.
Ich seh' dich immer noch.

Und plötzlich will ich weitergeh'n,
doch ich bleibe nur hier steh'n
und ich warte schon so lang
und es fängt von vorne an.
Wir haben alles schon gesagt,
ich habe alles längst gefragt
und ich warte schon zu lang
und es fängt wieder von vorne an.
Irgendwann fängt's wieder von vorne an.
Irgendwann.

Und ich treibe vor mir hin,
seh' immer noch keinen Sinn,
seh' immer noch keinen Sinn.
Ich bin gefangen in meiner Welt,
doch es wird schon langsam hell,
schon langsam hell.

Und alle woll'n mal weitergehn.
Ich bleib' noch kurz hier stehn,
doch es dauert nicht mehr lang
und es fängt von vorne an.
Es wird nie sehr viel gesagt,
immer viel zu viel gefragt,
doch es dauert nicht mehr lang
und es fängt wieder von vorne an.
Irgendwann fängt's wieder von vorne an.
Irgendwann.

Irgendwann.

Dienstag, 16. Juni 2015

Zweiter Akt, erste Szene

Ich melde mich zurück.
Der Winter ist vorbei, ebenso die letze Abiturprüfung.
Ich kann wieder atmen, lachen und mich freuen. Die schlechten Zeiten sind vorbei.

Wir befinden uns gerade mitten in der Endprobenphase unseres Theaterstücks "Superheroes for GreenNow" und die Schauspielfeuer ist wieder in mir entfacht. Es knistert und lodert wieder schön vor sich hin und eigentlich kann ich es kaum erwarten ab jetzt wieder mein ganzes Herzblut in Dinge zu stecken, die ich auch wirklich will. (Unter anderem natürlich auch ins Schauspiel).

Mir geht es wieder gut.

Samstag, 4. April 2015

Erster Akt, letzte Szene

Es ist still geworden.
Eigentlich will ich mich nur noch in eine Ecke verkrümeln und nachdenken über das, was ich alles verkackt habe. Wie ich auf die Idee gekommen bin, mich an Schauspielschulen zu bewerben, dafür die Schule schleifen zu lassen; wie ich auf die Idee gekommen bin, dass gerade ich soetwas besonderes machen muss. Ich unbesonderes Kind, dessen Schicksal einfach nur einen einfachen Brotjob vorgesehen hat, aber doch nicht soetwas.
Mein Leben gleicht eh gerade einem Scherbenhaufen, mit vielen bunten, auf dem Boden verstereuten Scherben. Alle in unterschiedlichen Farben und eben ist auch das letzte farbige Glas zerbrochen.

Das fing alles schon im Februar an. Schon in Hamburg hatte ich dieses komische Gefühl, welches ich äußerst selten habe. (Ich traue mich nicht depressiv zu sagen...) 
Aber nein, ich machte weiter, mir geht es doch eigentlich gar nicht schlecht. Es ist nur eine Phase!! Eine dämliche drecksphase, die einfach nur alles mögliche absorbiert.
Alles was zurückbleibt ist schwarz.